Sie betrachtete Borg bei seiner Arbeit. Er war sehr sorgfältig bei der Tätigkeit und höflich zu seinen Kunden. Geduldig hörte er sich ihre Klagen an und versuchte, eine günstige Lösung anzubieten.
Borg sah kurz zu Ehlina und verdrehte die Augen. Darauf widmete er sich wieder seinem Kunden. Ehlina musste schmunzeln.
Irgendwie sah er anders aus heute?
Borg entschuldigte sich kurz und kam zu Ehlina herüber.
„Das wird noch dauern, Ehlina. Es hat wenig Sinn zu warten, “ flüsterte er.
„Dann reite ich nach Hause. Mir wäre heute nach Fisch, wie steht es mit dir?“
„Gerne. Soll ich welche mitbringen später?“
„Nein, brauchst du nicht. Ich besorge sie gleich.“
Sie gab ihm ein Küsschen auf die Wange und Borg sah sie verwirrt an. Das hatte sie noch nie gemacht. Ihm in der Öffentlichkeit einen Kuss zu geben? Ein Küsschen! Gleichgültig, eben ganz deutlich zu zeigen, dass sie zu ihm gehörte.
Nun lächelte er breit.
„Soll ich mich beeilen?“
„Brauchst du nicht, ich werde wohl nur schwimmen gehen, bis zu kommst!“
Sie grinste ihn an und Borg grinste zurück.
Dann rannte sie davon und jagte mit Hantan los. Borg sah ihr nach und sein Herz hüpfte vor Freude. So schnell wie heute hatte er noch nie einen Kunden abgefertigt. Er hängte seine Arbeitsschürze auf, schloss zu und jagte hinter Ehlina her. Bis sie zu Hause mit dem Fisch ankam, hatte er sie bereits eingeholt. Ehlina brachte nur den Fisch ins Haus, schnappte zwei Decken und saß schnell wieder auf Hantan. Sie zwinkerte ihm zu und nun spornte sie Hantan an. Eigentlich hatte Borg gar keine Chance zu gewinnen. Aber, er folgte ihr lachend.
Am Strand sattelte sie Hantan ab und legte ihr Kleid auf die Decken. In dem kurzen Hemdchen schwang sie sich auf das Pferd und trieb ihn ins Wasser. Borg kam gerade darauf zu. Er zog sich schnell seine Sachen aus und folgte ihr mit Ferri. Endlich bekam er Ehlina zu fassen und zog sie mit sich vom Pferd. Sie plumpsten ins Wasser und schluckten reichlich davon. Ehlina musste schwimmen, Borg konnte stehen. Ihre Augen funkelten ihn an.
„Glaub nicht, dass du in einer besseren Position bist, nur weil du Boden unter den Füßen hast.“
„Würde ich nie behaupten!“ lachte er.
Dann hatte er sie am Fußgelenk erwischt und zog sie zu sich. Ehlina hatte Mühe, kein Wasser zu schlucken. Sie wehrte sich leicht und Borg ließ sie wieder los. Plötzlich war er verschwunden. Sie sah sich um, wo war er denn?
Er tauchte unter ihr auf und hielt sie in der Taille fest. Dann ging er mit ihr unter, mehr mit einem Sprung und zog sie mit sich. Endlich kam er wieder mit ihr hoch und schmiss sie mit Schwung aus dem Wasser.
„Noch mal“, rief sie ihm zu.
Borg tauchte wieder ab und fasste sie an den Oberschenkeln. Sie flog noch ein Stückchen höher. Eine ganze Zeit spielten sie so im Wasser herum, bis Ehlina müde zu werden schien.
„Leg deine Hände um meinen Hals“, sagte Borg warm.
Ehlina tat es und Borg drehte sich auf den Rücken. Ehlina brauchte nichts zu machen, als sich an ihm festzuhalten. Sie strahlte ihn an, schön war das! Dann bemerkte sie, was ihr Strahlen bewirken konnte.
„Wassermänner haben einen Fischschwanz, keinen Stachel!“
Borg musste so lachen, dass er sich verschluckte.
„Und Meerjungfrauen sagen so etwas nicht zu ihrem Wassermann“, kommentierte er.
„Nah, mein Herz, ich muss dich enttäuschen! Ich hätte es dir schon lange beichten müssen!“
„Was?“ fragte Borg fast ängstlich.
„Dass ich keine Jungfrau mehr bin!“ Nun lachte Ehlina so über ihren eigenen Spaß, dass Borg sprachlos war.
„Wenn du also kein Wassermann bist, und ich keine Meerjungfrau, wie können wir dann zusammenfinden?“
„Ich bin ein Mann und du bist das Meer, so einfach ist das. Ich werde in dir schwimmen oder in dir ertrinken, ganz so, wie du es mit mir vorhast.“
Ehlina sah ihn betroffen an.
„Sag das nicht!“ sagte sie erschrocken.
Borg sah sie liebevoll an. Mit wenigen Zügen konnte er den Sand unter sich fühlen. Ehlina lag noch auf ihm.
„Es ist aber so!“ sagte er zärtlich. „Ich habe es selber nie für möglich gehalten. Aber, nur wenn es dir gut geht, geht es mir auch gut. Ich fühle mich dir ziemlich ausgeliefert. Und wenn du leidest, dann leide ich mit dir. Ich kann gar nichts dagegen machen.“
„Borg, bitte, das ist ja furchtbar!“
„Ja, Ehlina, das ist es. In der Nacht bei dem Brand habe ich geglaubt, man würde mir das Herz herausreißen, so in Sorge war ich um dich. Als ich dich endlich gefunden habe, ging es mir kurz besser. Dich dann aber so entrückt und verzweifelt zu sehen ist mir durch und durch gegangen. Ich habe mich nur schwer von dieser Angst um dich befreien können, weil ich dir helfen musste. Als ich dir den Stoff abziehen musste, war es das Schlimmste, was ich bisher je erlebt habe. Dir bewusst Schmerzen zuzufügen ist etwas, was ich nie wieder in meinem Leben tun möchte!“
Ehlina berührte sein Gesicht mit ihrer Hand und er küsste sie. Dann drehte er sich um und Ehlina lag unter ihm. Er legte einen Arm unter ihren Kopf, damit die Wellen ihr Gesicht nicht überspülen konnten. Seine Augen waren so tiefblau, wie Ehlina sie noch nie gesehen hatte.
„Borg“, sagte sie leise.
Er neigte sich zu ihr und sie legte ihre Arme um seinen Nacken. Dann gab er ihr einen sehr zärtlichen Kuss. Gerade wollte er sich wieder zurückziehen, als Ehlina ihn fester hielt. Sie küsste ihn wieder und war sehr sinnlich dabei. Borg schloss die Augen und erwiderte ihren Kuss. Er konnte spüren, wie Ehlina nachgab und wie sie sich immer mehr an ihn drückte. Er setzte ab und sah sie an. Ihre Augen glänzten halb schwarz. Borg seufzte. Es hätte jetzt geschehen können, sie würde es ihm gewähren. Aber, hier auf dem Sand in noch kühlem Wasser wollte er nicht das erste Mal mit ihr haben. Er richtete sich auf und hielt ihr seine Hand hin. Ehlina sah ihn verwirrt an, ließ sich aber aufhelfen.
„Nicht hier“ sagte er traurig „ich möchte nicht, dass du dir deinen ganzen Rücken aufscheuerst in dem Kiessand.“
Darauf sprang er noch mal ins Wasser, um sich sauber zu machen. Ehlina folgte ihm und spülte sich den Sand ab. Was für eine blöde Situation! Sie war enttäuscht und er war traurig. Sie zwang sich dazu, ihn aufzuheitern, schließlich wäre ihr Rücken ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden. Das sah er richtig.
„Und will der Wassermann jetzt seinen Fisch haben?“ rief sie ihm nach. Borg schien sie nicht zu hören. Er schwamm in großen schnellen Zügen. Ehlina nahm sich eine Decke, rieb sich trocken und zog ihr Kleid wieder an. Dann legte sie den Sattel auf Hantan und ritt mit ihm zurück. Nachdem sie das Pferd versorgt hatte, begann sie zu kochen. Sie hörte Borg kommen, doch es dauerte, bis er ins Haus kam. Sie hatte alles fertig angerichtet draußen und lüftete den Raum.
„Eine Außenfeuerstelle könnten wir gebrauchen.“
„Ich kümmere mich darum.“
Er setzte sich an den Tisch und sah so unglücklich aus, dass er Ehlina richtig leidtat.
„Borg, was ist denn?“
„Ach, Ehlina!“
„Borg, Liebling“, sagte sie warm.
Er sah sofort zu ihr auf. Dann öffnete er seine Arme und Ehlina setzte sich auf seinen Schoss und ließ sich umarmen.
„Jetzt bist du sicher enttäuscht von mir?“
„Weil du an meinen Rücken gedacht hast?“
Er nickte. „Und weil ich so ein Spielverderber bin.“
Ehlina lachte sanft und gütig.
„Du hast ganz recht gehabt. Wir wollen uns beim ersten Mal etwas anderes geben, als Schmerzen.“
Borg sah sie hoffnungsvoll an. War sie wirklich nicht böse. Sie lächelte ihn so freundlich an, dass er es glauben konnte.
Dann gab ihm Ehlina ein Küsschen und wies auf das Essen. Er nickte.
„Soll ich mir die Haare abschneiden lassen?“
„Wie kommst du denn darauf?“
„Nah, Dag hat kurze Haare, es steht ihm ganz gut. Du hast kurze Haare und siehst niedlich damit aus. Vielleicht kann ich mein Aussehen dadurch auch verbessern?“
Ehlina musste laut lachen und schüttelte den Kopf.
„Meinst du, das hilft nicht viel?“
Sie sah ihn an und lachte erneut. „Ich mag deine langen Haare sehr! Wehe du schneidest sie ab, dann wäre ich wirklich enttäuscht.“
Borg sah sie skeptisch an.
„Weißt du, ich würde sie gerne mal flechten. Jeden Morgen, wenn ich dich ansehe, fällt mir das ein. Es kostet mich richtig Überwindung, es nicht zu tun.“
„Und, warum hast du das noch nicht gemacht?“
„Ich weiß nicht, wie du darauf reagierst, wenn ich dir in die Haare gehe. Männer sind da empfindlicher, als Frauen.“
„Ich nicht!“
„Dann werde ich dir morgen früh die Haare flechten.“
„Mach es doch gleich.“
Ehlina lächelte. „Bist du fertig mit essen?“
„Gleich!“
Borg stopfte den Rest Fisch hinein und Ehlina grinste. Das schien ihm ja wichtig zu sein. Sie holte einen Kamm und beschäftigte sich lange mit seinen Haaren. Dann flocht sie ihm vorne zwei dünnere Zöpfe und betrachtete ihr Werk kritisch. Schließlich strahlte sie und brachte den Kamm wieder weg.
Borg befühlte das Ergebnis. Es wunderte ihn, dass ihr das zu gefallen schien, wenn er seine Haare fast offen trug.
Ehlina setzte sich zu ihm raus und erzählte ihm, bei welcher Gelegenheit sie ihre langen Haare abgeschnitten hatte. Der Zopf war auch verbrannt, Dag hatte ihn nicht mitgenommen, das allerdings erzählte sie Borg nicht.
„Denkst du noch an deinen Krieger?“
„Manchmal! Er hat sich immer sehr darüber lustig gemacht, wenn ich Bertha gelockt habe.“
„Vermisst du ihn?“
„Nein, eigentlich nicht. Weißt du, Erikson war ein richtiger Spaßvogel. Manchmal ist das aber sehr anstrengend.“
Ehlina lächelte vor sich hin.
„Ich hatte schon vermutet, er würde mich im Frühjahr besuchen. Es könnte sein, dass er auf seinen Reisen mal vorbei kommt, um sich auszuruhen. Weißt du, er hat kein zu Hause mehr. Es ist alles geplündert und in Schutt und Asche gelegt worden.“
Nun sah sie Borg an. „Hättest du etwas dagegen, wenn es so wäre?“
„Würdest du ihn dann wegschicken?“ fragte er neugierig.
„Das müsste ich dann.“
Borg strahlte sie an. „Nein. Solange du zu mir stehst, kann ich damit umgehen.“
„Ich glaube, er würde dir gefallen.“ Sagte Ehlina sanft.
„Du magst ihn noch sehr!“
„Ja! Ich mag ihn sehr. Wir haben sehr viel zusammen erlebt in einer sehr kurzen Zeit! Das verbindet irgendwie.“ nun sah sie Borg an und ihr Blick wurde anders, ernst und liebevoll, eine merkwürdige Mischung fand er.
„Mit dir möchte ich leben, Borg. Ich kenne keinen anderen Mann, mit dem ich so gerne zusammenleben möchte, wie mit dir!“
Borg durchbohrte sie fast mit seinem Blick. Ehlina schmunzelte und dann räumte sie den Tisch ab. Er folgte ihr nach drinnen und stand dann da, wie versteinert. Ehlina machte alles sauber und wusch sich die Hände. Zog die Schuhe aus und stellte sie sich auf einen Stuhl. Borg sah sie ganz verständnislos an.
Sie winkte ihn mit einem Finger zu sich und er folgte, wie Sathi.
Dann legte sie ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn. Weich und sanft. Vorsichtig griff Borg in ihre Taille. Ehlina küsste ihn noch mal und nun steigerte sie den Kuss ins Verlangende. Borg stöhnte auf. Es war nicht zu Ende am Strand. Es war nicht nur dieser Moment gewesen. Es war Ehlina heute endlich ernst damit, auch jetzt noch. Ohne die Spielerei im Voraus! Behutsam legte er eine Hand auf ihr nacktes Bein und strich daran aufwärts. Sie zitterte ein wenig und er wollte die Hand wegziehen, als sie ihm ins Ohr flüsterte, weiter zu machen. Borg glitt mit der Hand unter ihr Kleid und streifte ihren Po. Er stöhnte erneut. Ehlina ließ seinen Hals los reckte die Arme nach oben und Borg schob ihr das ganze Zeug hoch über den Kopf.
Für einen Moment schloss er die Augen so überwältigend war das Ganze. Ihren Busen hatte er auf Blickhöhe und er bräuchte sich nur leicht vorlehnen, um an ihm zu lecken. Auf der Stelle wurde er hart, so hart, dass es schmerzte. Ehlina legte wieder ihre Arme um ihn und küsste ihn erneut. Seine Hände wanderten auf ihr hoch und runter, bis er nur noch schwer atmen konnte. Er sah noch mal zu ihr auf und sie lächelte ihn an. Dann überwand er sich dazu und leckte an ihren Brüsten. Ehlina zitterte etwas und die Brustwarzen streckten sich ihm entgegen. Borg seufzte laut, und als er nun ihren Busen küsste, und mit der Zunge um ihre Knospe glitt packte es ihn derartig, dass er sich ergoss. Ihm wurden die Knie weich und er befürchtete, im nächsten Moment zusammenzusacken. Fest fasste er Ehlina um die Taille und wollte sie gerade mit sich umdrehen und aufs Bett legen, als es an der Tür bollerte.
„Ehlina! Borg! Seid ihr da!“
„Geh weg!“ schrie Ehlina böse.
Es krachte leicht und Thirk stand in der offenen Tür. Ehlina zog Borg an sich und er bedeckte sie mit seinen Haaren.
„Was macht ihr denn da?“
„Ich zeige Borg gerade, dass eine Frau trotz kleiner Statur durch die physikalischen Hilfsmittel eines anderen Stoffes so groß werden kann, dass sie ihn überragt.“
Borg vergrub sein Gesicht an Ehlinas Oberkörper.
„Was?“
„Was?“ äffte sie ihn nach. „Wonach verdammt sieht es denn aus?“ fauchte sie Thirk nun an.
Thirk zog den Kopf ein. Borg konnte nicht mehr an sich halten vor Lachen. Nicht nur das Thirk so naiv war, sondern auch, dass Ehlina jetzt richtig böse wurde. Sonst konnte sie Thirk kaum etwas abschlagen, aber heute wollte sie Borg und zwar unbedingt. Und anscheinend nicht irgendwann sondern jetzt gerade.
„Ihr macht das so, mit Ehlina auf dem Stuhl?“
„Was willst du?“ schrie sie ihn nun an.
Borg lachte schallend. Er wollte es nicht, aber er konnte es nicht zurückhalten.
„Schön, dass es dich wenigstens amüsiert!“ bekam er nun auch seinen Teil von ihrer Wut ab.
Es hatte keinen Zweck. Ehlina stöhnte genervt auf und stieg von dem Stuhl herunter. Es war ihr ganz gleichgültig, dass sie nackt war. Thirk sah sie groß an. Wenn Leben in einer Frau war, war es doch etwas ganz anderes. Sie zog sich ihr Kleid über und sah ihn fragend an.
„Was?“ fragte sie laut.
„Ach, so! Entschuldige. Ich war.“
„Thirk, bitte sag mir nicht, wo du warst! Was willst du?“
Thirk war völlig verwirrt. Er sah Borg Hilfe suchend an. Borg lachte.
„Ich weiß auch nicht, was du wolltest, Freund! Das muss dir schon selber einfallen und zwar schnell!“
„Ist jemand krank? Geht es Alwine nicht gut?“
„Wie macht ihr das mit dem Stuhl?“
„Gar nicht, weil du da bist! Wenn du aber wieder gehst, dann kann Borg es dir berichten!“
Nun drehte sich Thirk tatsächlich um und wollte aus dem Haus gehen. Borg sah ihm nach um schüttelte sich vor Lachen. Ehlina riss nur die Augen auf und konnte kaum fassen, was sie sah.
Ruckartig drehte er sich um „Dag schickt mich, dort ist jemand krank!“
Ehlina murmelte vor sich hin und war sauer. Aber es half wohl nichts. Borg musste sie nur ansehen und schon lachte er wieder.
„Lach du nur! Wenn ich wieder komme und es noch eine Störung gibt, dann wird das erste Mal so schnell gehen, dass wir es vergessen!“
Borg strahlte trotzdem weiter und machte sich auch fertig.
„Und? Was wird das jetzt?“
„Glaubst du etwa, ich lasse dich in der Nacht allein zurückreiten?“
Ehlina nickte und seufzte.
Thirk hielt ihr die Tür auf und sah schuldbewusst zu Boden. Als Borg an ihm vorbei ging, murmelte Thirk „Hoffentlich ist da wirklich jemand krank!“
„Hast du dir das eben ausgedacht?“ flüsterte Borg.
„Nein! Sie haben mich geschickt, um Ehlina zu holen. Nur ob es wichtig ist, weiß ich nicht!“
„Hoffentlich, Thirk!“
„Erklärst du mir das mit dem Stuhl später?“
„Ich weiß nicht, wie das weitergegangen wäre. Ehlina ist auf den Stuhl gestiegen um mich besser küssen zu können, denke ich. Es hat was, weil man an die Frau so gut herankommt.“
Thirk nickte, das hatte er sehen können.
„Und wie wolltet ihr dann weitermachen?“
„Du hast uns gestört.“
„Bist du sehr böse auf mich?“
„Nein, ich nicht aber Ehlina. Sie wollte schließlich unbedingt mich verführen!“
„Heißt das, sie hat angefangen?“
Borg nickte. Sie waren am Stall angekommen und Ehlina saß bereits auf Sturm. Thirk musste auch auf sein Pferd steigen und wartete auf Borg.
„Borg, Borg! Wie ist denn das, wenn die Frau einen will?“
„Umwerfend im wahrsten Sinne. Mir sind richtig die Beine eingeknickt, so schwach habe ich mich gefühlt.“
„Hat sie dir gesagt, dass sie dich will?“
„Nein, Thirk! Aber, sie hat mich so verlangend geküsst, dass ich es gemerkt habe.“
„Wou! Das möchte ich auch mal erleben!“
„Ich auch Thirk, ich auch! Hoffentlich hält die Stimmung von Ehlina an oder besser kommt wieder. Im Moment denke ich, wird es nichts werden.“
Nun lachte er fröhlich. Immerhin hatte sie es ihm klar gezeigt, dass sie ihn haben, wollte heute Abend.
Sie kamen bei Dag an und er rannte ihnen gleich entgegen. Ehlina ging mit ins Haus und Thirk wartete mit Borg draußen. Er fragte ihn allerlei und Borg konnte gar nicht alles Beantworten, was er wissen wollte.
Endlich kam Ehlina wieder und die Beiden sahen sie fragend an.
Dag rannte hinter Ehlina aus dem Haus und bedankte sich überschwänglich. Er gab ihr einen Taler und strahlte Thirk und Borg an. Am liebsten hätte Ehlina ihm den Taler an den Kopf geschmissen, tat es aber nicht.
„Nun Dag, worüber freust du dich denn so?“ fragte Borg höflich.
„Sie ist schwanger! Meine Frau ist schwanger! Ist das nicht eine tolle Nachricht!“
„Ich wusste gar nicht, dass du wieder eine Frau hast?“ sagte Thirk.
„Habe ich auch noch nicht lange, erst seit ein paar Wochen. Ihr werdet sie bald kennenlernen, meine Dörthe, mein Juwel!“
Dag rannte zurück und winkte zum Abschied.
Thirk grinste und Borg wurde nachdenklich. Sie verabschiedeten sich und Borg ritt schweigend neben Ehlina her. Wahrscheinlich würde die Nachricht von Dags Hochzeit und der Schwangerschaft alle Gefühle in Ehlina abtöten, die sie heute endlich mal gezeigt hatte. Sie wäre todunglücklich darüber. Sie hatte Dag noch nicht vergessen. Damals auf dem Markt im Frühjahr hatte er Dag nicht als Konkurrent angesehen. Er war selbstbewusst gewesen. Auch nach ihren anfänglichen Streitereien hatte er gemeint, Dag könnte Ehlina nicht zurückgewinnen. Seit er an ihrem Bett aufgetaucht war, fühlte sich Borg in die zweite Reihe geschoben. Dag hatte sie sehr leicht zum Reden gebracht. Ob es daran lag, dass er sich ein Leben ohne Ehlina nicht mehr vorstellen konnte oder ob es diese Verlustangst bei dem Brand gewesen war, wusste er nicht. Dag stellte nun eine Bedrohung dar. Es geriet zwar nicht alles ins Wanken, Dag würde nicht mehr zu Ehlina zurückkehren, aber deswegen konnte Ehlina dennoch an ihm hängen und sich nun verletzt fühlen. Er würde wieder auf seine ruhige, geduldige Art um sie kämpfen müssen. Wie lange würde er das noch schaffen, fragte er sich.
Ehlina war mit ihren Gedanken bei Dörthe. Sie hatte sie betrachtet, wie eine Dienerin und auch so behandelt. Dag merkte das gar nicht. Da drohte ihnen wieder einiges.
Plötzlich hielt sie Sturm an.
„Borg, bitte lass uns ein paar Schritte gehen!“
„Ja, Ehlina, ist gut.“ Er stieg schweren Herzens ab und ihn fröstelte bei der Aussicht auf das, was jetzt folgen würde.
„Wir müssen in den nächsten Tagen mit Balmur sprechen!“
„Ja!“
„Es wird wieder Ärger auf uns zukommen im Dorf!“
„Ja, ist gut!“
„Willst du gar nicht wissen, warum?“
„Doch!“
Ehlina blieb stehen und versuchte ihn anzusehen. Er stand da mit hängendem Kopf. Sie überlegte. Borg verhielt sich, wie nach dem Angriff auf ihn, nachdem Dag bei ihr aufgetaucht war und wie an dem Tag, als Dag gekommen war und sie ihre Geschichte erzählt hatte. Es lag daran, dass Dag wieder da war. Hatte dieser feinfühlige Mann etwa verstanden, dass sie Dag bisher nicht ganz aufgegeben hatte? Musste er wohl.
Sie sah sich um. Bis zum Haus war es noch etwas hin. Aber, sie würden am Strand entlang reiten können. Der Damm fing hier an und war sehr flach.
Sie stieg wieder auf Sturm und sagte sachlich „Komm. Lass uns die Abkürzung nehmen!“
Borg stieg auf und folgte ihr abwesend.
Kurz vor zu Hause stieg Ehlina erneut ab und zog an seinem Bein. Borg stieg ab wie im Nebel.
Ehlina konnte sich ausziehen, ohne dass er es merkte. Sie glitt ins Wasser und nun spritzte sie ihm davon ins Gesicht.
Borg schüttelte den Kopf und blickte in ihre Richtung. Wie, was? Sie waren schon hier? Ehlina im Wasser?
„Nah komm, mein Wassermann“, lachte sie.
„Ehlina komm da raus! Ich habe dir heute schon mal gesagt, dass ich dich hier nicht verletzen möchte.“
„Dann fang mich doch!“
„Komm wieder her!“
Ehlina kam aus dem Wasser und Perlen setzten sich auf ihrem Körper ab. Borg schluckte. Er wollte nach ihr fassen, beherrschte sich aber.
„Ich habe weniger Bedenken als du.“ Sagte sie weich.
„Es wird nämlich dein Rücken sein, der hier zu Schaden kommt!“
Borg sah sie groß an. Das veränderte die Lage gänzlich. Ihm würde das nichts ausmachen. Im Gegenteil. Sofort strahlte er sie an. Sie nahm ihn bei der Hand und zog ihn langsam mit sich. Er folgte ihr gleich mit seiner Kleidung, so verzaubert fühlte er sich. Dann hielt er sie im Arm und konnte ihren ganzen Körper berühren. Ehlina küsste ihn sehnsüchtig und Borg stöhnte auf. Nun küsste er sie verlangend und wild. Er musste sie auch haben. Gerade jetzt! Jetzt, nach dieser kurzen Qual seiner Gedanken. Jetzt, nachdem Dag wieder da war. Sie musste ihm gehören, jetzt, morgen, nächste Woche, immer!
Er fiel mit ihr ins Wasser und es war wie ein zusätzlicher Reiz. Ihre warme Haut, das kühle Nass! Ihre heißen Küsse und ihr schneller Herzschlag. Er konnte sich nicht mehr beherrschen und verlor die Kontrolle. Er kniete vor ihr im Wasser und küsste wild ihre Brüste. Seine Hände lagen breit auf ihrem Rücken und glitten zu ihrem Hintern. Er stöhnte unmenschlich auf und öffnete seine Hose hastig. Nun stand er vor ihr und nahm sie auf den Arm, er fasste unter ihren Hintern und hielt sie so fest. Ehlina legte ihre Beine um ihn und Borg biss ihr leicht in den Hals. Nun stöhnte sie, was ihn richtig betäubte. Er suchte das Ziel und schaffte, sich für die ersten fünf Stöße zu mäßigen, dann verlor er sich in ihr.
„Ehlina“, stöhnte er „Ehlina“!
Borg ging mit ihr in die Knie und konnte sich gerade noch zur Seite und dann auf den Rücken kippen. Seine Hände lagen auf ihrem Becken, hielten sie fest und drückten sie an ihn. Dann nahm Ehlina seine Hand und legte sie auf ihren Busen. Borg griff sehr fest zu, aber es verursachte ein sehr erregendes Zucken in ihr. Er drehte sich mit ihr zur Seite und hatte eine Hand auf ihrem Po liegen. Borg bewegte sich immer wieder weit aus und tief in sie. Langsam, schneller, härter, sanfter. Er hörte sie aufstöhnen und einen kleinen Schrei der Lust, der seinen Namen trug. „Ehlina“ sagte er zittrig und dann schwanden ihm fast die Sinne. Er zitterte, bebte und zog sich abrupt aus ihr. Sie fühlte seine Wärme auf sich, trotz des Wassers überall. Ganz fest umarmte sie ihn und küsste seinen Hals.
„Liebling“ stöhnte Borg „mein Leben! Ehlina!“
Sein Herz raste immer noch, als er die Augen öffnete. Er sah sie halb im Wasser liegen und der Mond schien über ihren Körper.
„Ich habe noch nie in meinem Leben eine schönere Frau gesehen, als dich!“ sagte er liebevoll.
Ehlina drehte sich etwas zu ihm um. Sie strich weich durch sein Gesicht.
„So viel Leidenschaft hätte ich dir gar nicht zugetraut“ sagte sie sanft.
„War ich zu wild?“
„Nein, Borg. Warst du nicht. Aber jetzt möchte ich gerne mit dir aufs Bett und kuscheln. Es wird langsam kühl hier.“
Borg lachte. „Aber, mein Leben, es gibt hier keine Tür, an die man klopfen kann!“
Ehlina musste auch lachen.
„Dann wissen wir ja, wohin wir nächstes Mal gleich gehen. Wenigstens für den Sommer.“
Borg stimmte zu. Dann sprangen sie noch einmal ins Nass und ritten nach Hause.
Ehlina rubbelte ihn kräftig ab und darauf legten sie sich ins Bett. Borg zog die Decke über sie und flüsterte „Kann ich dich berühren?“
„Ja! Gerne!“
Er streichelte sie sanft und Ehlina machte die Augen zu.
„Du hast einen ganz wundervollen Körper. Ich habe mich noch nicht dazu entschließen können, was mir besser gefällt. Dein Busen oder dein Hintern!“