Tjorven schlief ein und träumte wirr. Er war ein König und seine Untertanen fürchteten ihn sehr. Er wurde krank und brauchte eine Medizin aus einem Nachbarland, doch keiner wollte losreiten und ihm das Mittel besorgen. Mit einer ganzen Kiste voller Dukaten erreichte er es, dass sich ein Soldat auf den Weg machte. Nachdem er das Mittel eingenommen hatte, fing es an, ihm besser zu gehen. Sie pflegten ihn, aber ohne Zuneigung. So verließ er heimlich sein Königreich und machte sich auf eine lange Wanderschaft. Sehr weit entfernt kam er an einer alten Burg an. Er bestieg den Turm und sah in die Landschaft ringsum. Auf einem kleinen See konnte er ein Boot erkennen und eine Frau darin. Er strengte sich an, um sie besser sehen zu können, tat es aber nicht. Voller Neugier stürzte er die Burgtreppen herunter und rannte in Richtung See. Nebel kam auf und er konnte sie nirgends entdecken. Traurig setzte er sich an das steinige Ufer und weinte. Dann schwamm ein Schwan auf ihn zu und fragte ihn, warum er denn so traurig sei. Tjorven erzählte ihm seine Geschichte und der Schwan nickte mit dem Kopf.
„Wenn ich dir sage, wo sie ist, was gibst du mir dafür?“ fragte ihn der Schwan.
„Alles was ich habe“, antwortete der König sofort.
„Wirklich alles? Versprichst du es mir?“
„Ich habe nicht viel bei mir“, setzte der König nach, „was genau möchtest du denn?“
„Ich möchte dein Königreich“, sagte der Schwan fest.
„Mein Königreich? Das kann ich dir nicht geben. Wohin sollte ich zurückkehren, wenn ich mit meiner Reise am Ende bin?“
„Du könntest doch hier bei der Fischerin leben? Ihr könntet zusammen fischen. Du hättest keine Sorgen mehr und niemand würde dich verachten. Du könntest hier ganz neu anfangen.“
„Aber“, der König zögerte. „Ich wäre dann kein König mehr, sondern nur ein unscheinbarer Fischer!“
„Ist dir dieser Preis zu hoch?“
Der König dachte nach und konnte sich zu keiner Antwort durchringen. Was wollte er, König oder Fischer? Gehasst oder geliebt? Lange dachte er nach und dabei merkte er nicht, dass der Schwan immer weiter auf den See hinausschwamm. Als er versuchen wollte, noch mal mit dem Schwan zu verhandeln, sah er aufs Wasser und erkannte erst jetzt, dass der Schwan nicht mehr zu sehen war.
„Ich will, ich will“, schrie der König laut und lauter, doch der Schwan war nicht mehr da.